LEIPZIG IM 19. JAHRHUNDERT
Das Völkerschlachtdenkmal in LeipzigNach Völkerschlacht und Wiener Kongress begannen auch für Leipzig die großen Umgestaltungen des 19. Jahrhunderts im Zeichen gesellschaftlich-politischer wie auch technisch-industrieller Revolutionen. Kaum eine Zeit hat das Stadtbild von Leipzig nachhaltiger verändert als das 19. Jahrhundert. Mit dem Bau eines sächsisch-deutschen Eisenbahnnetzes, das mit der ersten deutschen Ferneisenbahn Leipzig - Dresden 1839 begann, setzte gegen Mitte des 19. Jahrhunderts eine rege Industrialisierung ein. Durch schrittweise Eingemeindungen von vorher selbständigen Landgemeinden wuchs Leipzig bald zu seiner heutigen Größe an.
Das Neue Rathaus in LeipzigEine rege Bautätigkeit begleitete die Expansion der Stadt. Ein Höhepunkt war der Bau des neuen Rathauses (1899-1905) auf dem Gelände der alten Pleißenburg im Südwesten der Altstadt. Hier entstand eine imposante Architektur, die ganz und gar das Selbstverständnis der Leipziger Bürger (nicht nur zu jener Zeit) widerspiegelt. Leipzig ist heute die architektonische Hauptstadt des Historismus, begründet durch die intensive Bautätigkeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf der Suche nach einem eigenen stilistischen Selbstverständnis wurden in diesen 'Gründerjahren' zahlreiche historische Anleihen genommen, die Elemente der Romanik, Gotik, Renaissance oder des Barock verwendeten, neu interpretierten und kombinierten. Von den 15000 Kulturdenkmälern in Leipzig stammt der größte Teil aus dieser Epoche.
Der Bahnof in in Leipzig |